Neues Zentrum für Anwendungen und Montage von Antriebssystemen
Aerotech eröffnet Laserlabor in Fürth
Fürth, 13. Februar 2026 – Der Motion-Control-Spezialist Aerotech baut seine Kapazitäten am Standort Fürth deutlich aus. Neben der Einrichtung eines state-of-the-art Laserlabor wird dort künftig auch ein Teil der Montage von Antriebskomponenten stattfinden. Das Unternehmen schafft damit ein europäisches Zentrum für die Entwicklung, Erprobung und Validierung laserbasierter Fertigungsprozesse sowie für die kundennahe Montage von Antriebskomponenten.
Aerotech entwickelt seit mehr als 50 Jahren hochpräzise Positionier- und Automatisierungssysteme für Anwendungen in der Halbleitertechnik, Laserbearbeitung, Medizintechnik und weiteren Hightech-Branchen. Das neu errichtete Laserlabor in Fürth bietet Kunden aus ganz Europa die Möglichkeit, laserbasierte Fertigungsprozesse direkt vor Ort mit Produkten von Aerotech zu testen und zu optimieren. Ziel ist es, Anwendungen unter realistischen Bedingungen zu demonstrieren und gemeinsam mit Kunden weiterzuentwickeln. Das Labor soll langfristig als europäisches Kompetenzzentrum für die Mikromaterialbearbeitung dienen.
Neuer Verantwortlicher für Laboraufbau und Kundenversuche
Geleitet wird das Labor von Dipl.-Ing. Oliver Hentschel, der über mehr als zwölf Jahre wissenschaftliche Erfahrung in der Laser- und Photonikforschung verfügt. Er studierte Physikalische Technik (Dipl.-Ing.) und Angewandte Physik (M. Sc.) und vertiefte dabei früh sein Know-how in Optik und Lasertechnik. Als wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehrstuhl für Photonische Technologien der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (FAU) und am Bayerischen Laserzentrum (BLZ) arbeitete er an einem breiten Spektrum laserbasierter Materialbearbeitungsprozesse – von klassischem Laserstrahlschweißen über additive Fertigung (z. B. Directed Energy Deposition) bis hin zur hochpräzisen Mikromaterialbearbeitung mit Ultrakurzpulslasern (UKP).
Am Standort Fürth verantwortet Hentschel nun den technischen Ausbau des Labors sowie die Planung und Durchführung von Kundenversuchen. Anwender können hier die Aerotech-Komponenten direkt im Zusammenspiel testen – von Laserscannern über Mehrachssysteme bis zur Steuerung – und sich so ein praxisnahes Bild machen.
Hightech-Kern: Ultrakurzpulslaser von Light Conversion
Kernstück des Labors ist ein Ultrakurzpulslasersystem des langjährigen Partners Light Conversion. Das Unternehmen gilt weltweit als Pionier für Femtosekundenlaser- und Lasersysteme und eröffnete 2025 ein neues 400-Quadratmeter-F&E-Labor im Silicon Valley. Die Kooperation mit Aerotech umfasst die Bereitstellung eines kundenspezifischen Laserscan- und Motion-Control-Systems für anspruchsvolle Anwendungen in der Halbleiter-, Elektronik- und Medizingerätefertigung.
Zum Einsatz kommt ein Carbide-Laser mit 80 W Leistung und Harmonics-Modul, der Wellenlängen von 1030 nm, 515 nm und 343 nm bereitstellt. Mit minimalen Pulsdauern von etwa 250 fs lassen sich Mikrobearbeitungsprozesse mit sehr niedrigen thermischen Einträgen realisieren. Die sehr kurzen Pulse führen zu einer „quasi kalten Ablation“ des Materials, wodurch thermische Belastungen minimiert und empfindliche Werkstoffe ohne Mikrorisse oder Gratbildung bearbeitet werden können. Kombiniert mit präzisen Achssystemen und Laserscanköpfen von Aerotech können Anwender unterschiedlichste Materialien – von Metallen über Halbleitermaterialien bis hin zu Gläsern – unter realistischen Produktionsbedingungen testen.
„Die Nutzer können bei uns direkt prüfen, ob und wie eine gewünschte Anwendung umsetzbar ist“, berichtet Oliver Hentschel. „Im Labor werden Machbarkeitsstudien, Prozessoptimierungen und Versuchsreihen unter realitätsnahen Bedingungen durchgeführt. So lassen sich etwaige Risiken beim Übergang in die industrielle Fertigung deutlich verringern. Nach Rücksprache können hier auch kleinere Anlaufserien gefertigt werden, um die Übertragbarkeit auf die Serienfertigung zu validieren.“
Breites Anwendungsspektrum
Das im Laserlabor verfügbare System erlaubt das Abbilden zahlreicher Anwendungen bis hin zu Mikro- und Präszisionsbearbeitung. Typische Einsatzfelder finden sich in Branchen wie:
* Medizintechnik: Fertigung feinmechanischer Implantate und Instrumente (z.?B. Stents, Katheter, Augenchirurgie)
* Halbleiter- und Mikroelektronikfertigung: Strukturierung, Waferbearbeitung und Materialtrimming
* Luft- und Raumfahrt: funktionale Mikrostrukturen und hochpräzise Komponenten
* Automobil- und Maschinenbau: Oberflächenfunktionen und feine Strukturen
* Forschungseinrichtungen: Validierung neuer Prozessansätze
Die Prozessführung erfolgt über die Automatisierungsplattform Automation1, die Funktionen wie Position Synchronized Output (PSO) und Infinite Field of View (IFOV) bereitstellt. Damit können großflächige Strukturen ohne Streckenwechsel und Stitching erzeugt werden, was im Zusammenspiel mit den Mehrachssystemen eine gleichmäßige Präzision ermöglicht.
Zur Messung der Proben steht ein digitales Mikroskop Keyence VHX-X1 mit drei Objektiven zur Verfügung. Die maximale einstellbare Vergrößerung mit dem Objektiv beträgt 2000-fach. Ein weiterer Vorteil sind die verwendeten Positioniertische (x, y, z) und die Möglichkeit, den Mikroskopkopf je nach dem zu messenden Objekt flexibel zu kippen.
Als langjähriger Partner von Keyence verfügt die Aerotech-Tochter Peak Metrology bereits über die erforderliche Erfahrung für die Automatisierung auf diesem Präzisionsniveau und bietet Flexibilität durch einen größeren Verfahrbereich und eine kundenspezifische Software-Schnittstelle.
Nähe zu europäischen Industrien
Mit dem Labor stärkt Aerotech seine Präsenz in Europa. Bisher fanden kundenspezifische Testreihen überwiegend in den USA statt. Der neue Standort ermöglicht kürzere Wege, direkte Abstimmung und flexible Terminplanung.
„Viele Unternehmen möchten ihre Prozesse nicht nur theoretisch erarbeiten, sondern im Zusammenspiel mit realen Systemen verifizieren“, erklärt Stephan Schech, Geschäftsführer der Aerotech GmbH. „Das neue Laserlabor in Fürth schafft dafür die passende Umgebung und erleichtert die Zusammenarbeit mit Kunden erheblich.“ Das Labor ist an die bestehenden Einrichtungen angebunden. Applikationsunterstützung, Service und Versuchsreihen erfolgen somit aus einer Hand.
Montage von Baugruppen am Standort Fürth
Parallel zum Laborbetrieb richtet Aerotech in Fürth eine Montagelinie für Antriebs- und Steuerungskomponenten ein. „Der Bedarf an kundenspezifischen Ausführungen steigt stetig“, erläutert Stephan Schech. „Deshalb erweitern wir unsere Kapazitäten vor Ort und können in Fürth künftig deutlich flexibler auf unterschiedliche Anforderungen reagieren.“ Für Anwender bedeutet dies verkürzte Lieferzeiten, höhere Reaktionsfähigkeit und eine bessere Abstimmung zwischen Applikation, Test und Auslieferung.
Weiterer Ausbau geplant
Auf einer Laborfläche von rund 50 Quadratmetern können perspektivisch bis zu vier Systeme betrieben werden. Zum Start ist ein komplettes System vorgesehen; im Verlauf der kommenden zwei Jahre soll die Ausstattung kontinuierlich erweitert werden. Geplant ist unter anderem die Installation eines Tubecutter- bzw. Stentcuttersystems, um die Übertragbarkeit der Prozesse auf die Serienfertigung zu testen.
„Das Laserlabor soll sich zu einem festen Anlaufpunkt für industrielle Anwender entwickeln“, betont Oliver Hentschel. „Wir möchten die Fertigung der Zukunft gemeinsam mit unseren Kunden gestalten und dafür eine Plattform bieten, die technische Entwicklungen testbar, nachvollziehbar und belastbar macht. Ziel ist es, das Labor zu einem europäischen Kompetenzzentrum für die Mikromaterialbearbeitung zu machen.“ Mit der Kombination aus Entwicklungsumgebung und lokaler Montage schafft Aerotech in Fürth einen Standort, der Engineering, praktische Erprobung und Fertigung enger miteinander verbindet. So entsteht ein technisches Zentrum, das europäische Kunden von der Idee bis zur validierten Umsetzung begleitet.
Bilder, Quelle alle Aerotech
Bild: Oliver Hentschel ist der Verantwortliche des Laserlabors in Fürth. Er verantwortet den weiteren Ausbau der praxisnahen Versuchs- und Testumgebungen am Standort.
https://pr-x.de/fileadmin/download/pictures/Aerotech/Aerotech_Personen/Aerotech_Oliver-Hentschel.jpg
Bild: Das Laserlabor in Fürth bietet industrielle Testmöglichkeiten für Präzisions-, Positionier- und Laserprozesse unter realen Produktionsbedingungen.
http://pr-x.de/fileadmin/download/pictures/Aerotech/LaserLab/AGV14HPO_14.JPG
Bilder: Aerotech demonstriert im Laserlabor die Durchführung von Tube-Cutting-Anwendungen. Dabei lassen sich Rohre und Zylinder aus unterschiedlichen Werkstoffen präzise bearbeiten, wie es in der industriellen Fertigung benötigt wird.
https://www.pr-x.de/fileadmin/download/pictures/Aerotech/Tube_Cutting_1.jpg
Bild: Auch künftig in Fürth montiert: Antriebe wie Automation1-HXA4 und Automation1-iHXA4 zur präzisen Steuerung von Hexapods. Sie koordinieren sechsachsige Bewegungen hochpräzise, reduzieren den Verkabelungs- und Integrationsaufwand und sorgen im Laserlabor in Fürth für reproduzierbare und prozesssichere Bewegungsabläufe.
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Über Aerotech
Die Aerotech Inc. mit Firmenstammsitz in Pittsburgh, USA, ist ein mittelständisches Unternehmen mit Mitarbeiterbeteiligung. 1970 von Stephen J. Botos gegründet, entwickelt und fertigt Aerotech die weltweit leistungsstärksten Motion-Control- und Positioniersysteme für Kunden in Industrie, Wissenschaft und Forschung. Nach wie vor legen die Inhaber ganz im Sinne eines Familienbetriebs äußersten Wert auf einen offenen und vertrauensvollen Umgang mit Kunden, Geschäftspartnern wie auch den Beschäftigten. In Deutschland ist das mittelständische Unternehmen durch eine eigene Tochtergesellschaft, die Aerotech GmbH mit Sitz im fränkischen Fürth, vertreten. Neben Vertriebs- und Service-Aktivitäten erfolgt in Fürth die kundenindividuelle Konfektionierung der Positioniersysteme für den europäischen Markt. Die innovativen und hochpräzisen Bewegungslösungen erfüllen dabei sämtliche kritischen Anforderungen, die für die anspruchsvollen Anwendungsbereiche von heute erforderlich sind. Sie werden überall dort eingesetzt, wo ein hoher Durchsatz gefordert wird – u.a. in der Medizintechnik und Life Science-Anwendungen, bei der Halbleiter- und Flachbildschirmproduktion, in den Bereichen Photonik, Automotive, Datenspeicherung, Laserbearbeitung, Luft- und Raumfahrt, Elektronikherstellung, sowie beim Prüfen und Testen bis hin zur Montage.
Dank moderner Analyse- und Diagnosekapazitäten stellt Aerotech weltweit einen erstklassigen technischen Support und Service bereit. Falls ein Standardprodukt nicht für einen individuellen Anwendungsbereich geeignet ist, vermag der Hersteller auf Grundlage seiner jahrelangen Kompetenz und Erfahrung Spezialbewegungskomponenten und -systeme zu liefern. Die Fertigungskapazität für kundenspezifische Anwendungen wird zusätzlich durch Erfahrungen bei der Lieferung von Systemen für den Vakuum- und Reinraumbetrieb ergänzt.
Zu Aerotech gehören Full-Service Niederlassungen in Deutschland (Fürth), Vereinigtes Königreich (Ramsdell), China (Shanghai City) und Taiwan (Taipei City). Weltweit beschäftigt Aerotech aktuell ca. 500 Mitarbeiter. https://de.aerotech.com
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